Einer der Hauptanwendungen im Internet ist
der elektronische Briefkasten besser bekannt als E-Mail. Viele Anwender
benutzen dieses Medium täglich und es haben sich per Email wunderbare
Freundschaften quer über den Globus gebildet.
Die AOL Anwender kennen vielleicht das nette "Sie haben Post", aber
was passiert eigentlich bei einer Email ? Ich versuche das mal ein wenig
zu beleuchten...
Um Email machen zu können brauchen wir zwei Vorraussetzungen, eine
Mail Adresse und einen Mail Client. Fangen wir mal mit der Mail Adresse
an....
Hallo Auskunft ??
Um eine Mail zu erstellen muss man erstmal wissen, wer denn der
(hoffentlich) freudige Empfänger sein soll. In den meisten Fällen fragt
man einfach in einem Chat Raum oder in einer Kneipe (es soll ja auch
Berufsmailer geben) eine Email Adresse und schreibt sie sich auf einem
Bierdeckel ab. (ok ok .. es gibt auch noch andere wege)
Diese Email Adresse besteht aus zwei Teilen : Dem Benutzernamen und
der Maildomäne.
Ein Beispiel : gunnarm@t-online.de
In diesem Fall heisst der Anwender gunnarm und die Maildomäne ist
t-online.de. Das klingt trivial aber man kann sich damit schnell ein
Bild machen, über welchen Service diese Mail wohl abgewickelt wird.
Gehen wir jetzt mal davon aus, wir wollen an gunnarm@t-online.de eine
Mail schicken und unsere eigene Mailadresse ist gmagholder@aol.com. Was
macht dann unser Mail-Client ?

- Der Mail Client stellt mit dem Protokoll SMTP (Simple Mail
Transfer Protocol) eine Verbindung zu unserem Mailserver her und gibt
dem Mailserver den Auftrag an gunnarm@t-online.de eine Mail
abzusenden. Unser Mailserver sagt hoffentlich : "ist gebongt, chef."
und beginnt seine Arbeit.
- Der Mailserver fragt das Internet nach dem Namen des Rechners, der
für die Maildomäne t-online zuständig ist. Wenn er diese Adresse hat,
dann versucht er mit diesem Rechner eine Verbindung aufzubauen.
- Steht die Verbindung zum Mailserver der t-online Domäne dann
verhält sich unser Mailserver so, wie sich auch unser Client verhalten
hat. Er sagt dem Mailserver t-online :"hi chef, hier ist ein Mail an
gunnarm. Du machst das mal bitte, ja ?", was der t-online Mailserver
hoffentlich bejahen wird.
- Der Mailserver t-online prüft, ob der Benutzer gunnarm bei ihm
überhaupt bekannt ist. Ist dies der Fall, dann stellt er die Mail in
das Postfach für gunnarm und harrt der weiteren Mails die da kommen
mögen.
Wo können hierbei Fehler auftreten ?
Kein Anschluss unter dieser Nummer....
Sollte unserem Partner Mail Server nichts zu dem Namen einfallen, so
wird er uns das sagen. Wir beokmmen dann im Regelfall eine Nachricht
zurück, die uns sagt, das unser gewünschter Partner nicht erreichbar
ist. Beispiel gefällig ??
Wir schicken einfach mal eine Mail mit abstrusem Empfänger an
T-Online und schauen was dann passiert.
In der obersten Zeile leuchtet es uns schon entgegen... unknown user
/ Teilnehmer existiert nicht.
Wir wissen nun also, das der Teil hinter dem @ zwar eine existierende
Mail-Domäne beschreibt, aber der User aazzaatestaazzaa nicht existiert.
(Ich weiss nicht, was ich gemacht hätte, wenn dieser User doch existiert
hätte..)
Sollte man also nach dem Absenden einer Mail so eine Antwort
erhalten, dann prüft man einfach mal den Anwender durch und ob die
Mail-Domäne auch die richtige ist. Kommt so eine Mail nicht zurück, dann
hat der Mail Server auf der anderen Seite sie wohl akzeptiert und wartet
nun darauf, das der Empfänger sie auch abholt. Übrigens kann dieser
Vorgang bei AOL auch ruhig schon mal ein paar Tage dauern. :-))
Email für dich.
Nun ist die Mail also angekommen und was passiert jetzt ??
Wir haben festgestellt, das die Mail mit dem Protokoll SMTP
übertragen wurde, aber SMTP stellt dem Anwender die Email nicht zu.
Dieses Protokoll dient nur dem Senden und Weiterleiten der Email. Der
Anwender muss sich die Mail schon selber holen, wenn er sie haben will.
Ich habe ein wenig weiter oben auch beschrieben, das SMTP die Mail im
Postfach des Empfängers ablegt. Von dort wird sie nun mit einem anderen
Protokoll abgeholt : POP3 (Post Office Protocol 3)
Dieses Protokoll fragt den Anwender nun nach seinem Namen und einem
Passwort und zeigt dann den Inhalt dieses Postfaches an. Der Empfänger
kann sich diese Mail dann auf seinen Rechner laden und dort lesen und
sich (hoffentlich) freuen.
Wichtig ist hierbei, das POP3 eine Anmeldung erwartet, während SMTP
das im Regelfall nicht erwartet. Das ist aber auch irgendwie logisch.
SMTP dient eben der Weiterleitung einer Mail und wenn dort eine
Anmeldung erwartet werden würde, dann müssten sich ja die Mailserver
untereinander anmelden. Schon ein bisschen lachhaft... Da aber nicht
jeder Zugang zu meinen Mails haben soll braucht man für das eigene
Postfach eben eine Anmeldung, einen Login.
Es gibt bei SMTP eine Ausnahme. Im Regelfall werden Mailserver von "draussen"
(also von Servern, die an eine Adresse senden wollen, die dem Mailserver
gehört) keine Authentifizierung erwarten. Das war mal... Irgendwann
haben die Spammer Email entdeckt und festgestellt, wie schön man doch
tausenden von Leuten eine Werbebotschaft schreiben kann ohne einen
Pfennig Porto zu zahlen. Daher haben viele Mailserver einen Mechanismus
eingeführt der bei Versand einer Mail an einen anderen Server schon
wissen möchte wer der Absender ist. Es gibt für diese Fälle viele
Möglichkeiten was da abläuft; einfach mal den Admin fragen oder bei
Freemailern auf der Webseite nachschauen, was die denn haben wollen.
Das richtige Werkzeug
Es soll ja Leute geben, die einen Mailserver per Telnet oder
netcat bedienen, aber
das ist doch mehr für die Hardcore Internetter was. (Henrik. Solltest du
das lesen dann fühle dich angezwinkert *gg*)
Für uns normale Dackel-bei-Gefahr-anheber ist da eher der Griff zu
einem sog. Mailclient oder Mailprogramm angezeigt. Diese Programme
übernehmen sowohl dern Versand der Email per SMTP an den nächstgelegenen
Mailserver oder das Lesen unserer Postfächer von unserem Mailserver. Und
das allles mit ein paar Tastendrucken oder mit ein paar Mausklicks. Gott
sind wir alle verwöhnt.
Diese Mailclients gibt es wie Sand am Meer, die meisten Internet
Browser liefern gleich welche mit, die einem einen ganz guten Start
geben und manche sogar ein ganzes Internetleben begleiten. Ich kann an
dieser Stelle nicht alle aufzählen, aber damit ihr wisst, wonach ihr
suchen könnt, hier ein paar Beispiele :
MS Outlook Express
(Bestandteil vom Internet Explorer)
Netscape Messenger (Bestandteil vom Netscape Communicator)
MS Outlook
(der grosse Bruder vom Express aus dem Office Paket)
Goldmine (eigentlich
mehr eine Contact Management Software aber hat auch Mail)
AK Mail (netter Multi
Account Client mit tollen Filter Funktionen)
the Bat
(schick aufgemacht und viele Funktionen)
Schaut doch einfach mal unter
www.download.com oder www.softer.de
o.ä. nach.