Sicherheit beginnt im eigenen Kopf
Es klingt trivial und sehr nach Binsenweisheit, aber die meisten
Menschen tragen eine sehr leistungsfähige und kostenlose Firewall Zeit
ihres Lebens mit sich herum... den eigenen Kopf.
Vor nicht allzu langer Zeit geisterte durch die Presse und durch die
Mailboxen geplagter Anwender der sog. LovLet-Virus. (Bekannter unter dem
Namen I-Love-You)
Dieser Virus ist nicht durch eine ausgefeilte Technik so gross
geworden und auch nicht durch die Tatsache, das er in einer
ausgelieferten, noch versiegelten Software bereits enthalten war,
sondern vielmehr bestach er nach meiner Meinung durch seinen Angriff auf
die Psyche des Anwenders.
LovLet - Was war passiert ?
Was machte den LovLet Virus denn nun so gefährlich ?
Er gab den Anwendern des Internet die Liebeserklärung einer
unbekannten Schönheit in den Briefkasten. Viele sind darauf
hereingefallen und haben voller Erwartung die angehängte Datei geöffnet.
Diese endete auf txt.vbs was für sich gesehen schon die meisten Anwender
in Sicherheit wiegelte. In einem Windows System werden standardmäßig
bekannten Dateiendungen ausgeblendet. So wurde die Endung .vbs (Visual
basic Script) nicht angezeigt, wohl aber die Endung .txt (also
Textdatei). Da in einer reinen Textdatei kein Virus aktiv werden kann
und das mal durch die Presse ging haben die Anwender ohne Befürchtungen
diese File aufgerufen und damit die Netzwerkadministratoren in den
Wahnsinn getrieben. D.h. der Virus wurde durch Verwirrung und Täuschung
der Anwender aktiv und konnte seine "Arbeit" verrichten.
Gegenmassnahmen
Für die meisten Anwender war bis zum entsetzten Aufschrei des
Administrators die Welt noch in Ordnung, sie haben einfach eine Mail
gelesen und erwartungsfroh deren Inhalt geöffnet. Gerade weil diese Mail
auch von jemandem kam, der hin und wieder mal schreibt. (LovLet las das
Adressbuch des Opfers aus) Wie kann man da Gegenmassnahmen erwarten ?
Man kann..
- Wenn man eine Mail mit einem Anhang erhält, dann sollte schon mal
Vorsicht geboten sein. Prüfen ob die Dateiendungen auch angezeigt
werden und ob dieser Anhang einem Programm entspricht (.vbs, .js, .com,
.exe, .bat)
- Es mag ein bisschen nach Verfolgungswahn klingen, aber das Problem
an Computern ist nunmal, das sie stupide Arbeiten in einer
affenartigen Geschwindigkeit absolvieren können. Also kann ein
Angreifer sich dies zu nutze machen und einen Angriff auf breitester
Basis starten. ES KANN IMMER ZU EINEM ANGRIFF KOMMEN.. JEDERZEIT!!!!
Das sollte man nicht aus dem Auge verlieren und immer auf der Hut
sein. Wenn man einen Anhang erhalten hat, lieber einmal mehr den
Absender fragen als einmal zu wenig.
- Daten auf dem PC die eine gewisse Brisanz oder Wichtigkeit haben,
sollten gesichert werden. Zuhause geht das am zweckmäßigsten auf
Diskette oder Zip-Drive, im Unternehmen einfach mal den Administrator
fragen, wo man seine Daten am besten ablegt. Er wird weiterhelfen,
dazu ist er da.
- Es gibt eine Menge Liebe auf der Welt, aber das es zu einer
Liebschaft nach Art von "Email für dich" kommt ist eher
unwahrscheinlich. Sollten also Liebesbekenntnisse in der Mailbox
auftauchen dann sollte man mit Werbung oder eben einem Virus
rechnen... ansonsten fragen Sie bitte Tom Hanks.